Deutsche
Meisterschaft in Wörlitz
Fotos
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Der Acker zur 1. Fährte, als
erste Starterin, sieht nicht gerade prickelnd aus!
Am 2. Tag dann allerdings die Suche im
Grünen um 13.00 Uhr.
Diese bringt ein vorzügliches Ergebnis.
Die Terriermannschaft hat zugesehen und gratuliert, im Bild Ute mit einer
kräftigen Umarmung!
Andächtig
lauschen die Hundeführer den Worten von W. Schäpermeier. Der möchte bei der
Siegerehrung Zeit sparen und verzichtet auf die Nennung der durchgefallenen
Teams. Die stets freundliche und hilfsbereite Frau Zeidler verteilt ihnen die
Urkunden und Pokale.
Auf dem Siegerpodest der
strahlende, verdiente Gewinner Günter Westhus, 2. Hermann Hardt und 3. Ute
Fallscher.
Abschließend die Teilnehmer der Terrier-Mannschaft.
VDH Deutsche Meisterschaft FH in Wörlitz 26.-29.02.2004
Als Shanna und ich
uns uns durch den Sieg bei den Terriern für die VDH DM FH qualifizierten war
meine Freude unendlich groß.
Bei uns im Sauerland lag im Januar/Februar überwiegend Schnee und
so fuhren wir des öfteren zum Training nach Unna. Nochmals ein Dankeschön für
die Fährten an Harry! Endlich war dann der große Tag gekommen. Shanna
beobachtete aus halbgeschlossenen Lidern wie Frauchen hin- und her rannte und all
die Taschen, den Koffer und die Decken an die Tür schleppte. Als dann die Tür
aufgemacht wurde stand sie mit einem Satz davor, frei nach dem Motto: vergesst
mich bloß nicht!
Dann ging die Reise los. Bestens vorbereitet und gerüstet mit so vielen guten Wünschen aus der ganzen Hundeschule, von den Pferdegrund-Kids und Freunden konnte ja eigentlich gar nichts mehr schief gehen - dachte ich. Unterwegs begann dann mein berühmtes "vor der Prüfung Magenkribbeln" und da war mir zeitweise einfach nur noch übel. Da die Fahrt ansonsten sehr angenehm verlief, ging es mir auch wieder besser. Als wir in Wörlitz eintrafen begrüßte uns als erster Hartmut, der mir im Urlaub einige wunderschöne Fährten gelegt hatte.
Einige Hundeführer waren schon einige Tage da und nach und nach trafen sie alle ein. Fast alle waren im Ringhotel zum Stein untergebracht. Sollte jemand in Wörlitz Urlaub machen, so kann ich dieses Haus bestens empfehlen. Das Essen war vorzüglich und die Freundlichkeit des Personals einfach sprichwörtlich, obwohl sie es mit einer so großen Meute von Hundeführern und Hunden sicher nicht einfach hatten.
Es ist immer eine große Freude nach langer Zeit Sportsfreunde wieder zu sehen und neue kennen zu lernen. Entsprechend gut war die Stimmung, dazu ein vortreffliches Essen, mehr kann man sich gar nicht wünschen. Trotzdem zog es uns früh ins Bett. Der nächste Tag würde anstrengend werden.
Obwohl das Frühstücksbuffet alles bot, was so das Herz begehrt, konnte ich nicht viel herunterbringen. Vor der Auslosung rutschte mir aus tiefstem Herzen heraus: hoffentlich kriege ich nicht die 1. Fährte. Neben mir saß eine Frau und lachte (später stellte ich fest, dass es Manuela Dossinger unsere Leistungsrichterin war): das ist doch gar nicht schlimm, ich habe das an einer Prüfung an beiden Tagen gehabt und gewonnen. Tja und dann erfüllte sich diese Befürchtung, ich war die 1. Starterin.
Eiskalt war es. Der Boden fest gefroren. Kein einziger grüner Halm auf dem ganzen Feld. In dicken, sanften Flocken schneite es. Nach unserer Erdung hatte ich eine sehr gute Verbindung zu Shanna. Hatte sie morgens noch nervös auf ihren Barthaaren gekaut und ich vor mich hingezittert, fühlte ich uns beide jetzt als ruhige Einheit. Der Leistungsrichter war gewechselt worden und es richtete Wilfried Schäpermeier. Nach unserer Anmeldung gingen wir zum Abgang und Shanna hatte recht schnell den Holz-Ident.Gegenstand erschnüffelt. Aber dann... So habe ich mein Mausemädchen noch nie suchen sehen. Sie schwankt mal nach rechts, mal nach links, weiß erfahrungsgemäß es geht erstmal geradeaus, aber sie hat nichts. Gibt sich alle Mühe dieser Welt und legt sich total erleichtert, als sie den 1. Gegenstand hat. Kann wieder keine Fährte aufnehmen, hat nur hin und wieder im Schnee einen Abtritt, tja und dann ist der spitze Winkel und es ist aus und vorbei. Ich bitte den Fährtenleger ein Stück mit uns zu gehen, aber er findet die Fährte auch nicht wieder. Es tut ihm leid. Wir suchen die Schneestücke nach Abtritten durch, da Shanna hat einen. Hoppla der zeigt in die andere Richtung. Da gebe ich endgültig auf, bin verwirrt, enttäuscht, gefrustet. Obwohl dann die Fährten im Grünen lagen, fallen noch zwei Teams durch. Dann ist allmählich durch die Sonne der Boden weicher, die Ergebnisse werden besser. Shanna habe ich trotzdem ihre Belohnung gegeben. Unter anderem ein leckeres Hausmacherleberwurstbrötchen vom Frühstücksbuffet.
Ich muss es zugeben, ich war richtig sauer. Vorher zu wissen wieviel vom Losglück abhängt ist das eine, es dann durchzumachen ist eine ganz andere Sache. Die Mannschaftskameraden trösten mich und ich hoffe am nächsten Tag eine etwas glücklichere Hand zu haben. Ute hat an diesem Tag stolze 96 Punkte und Wilfried 87, er hat Pech bei den Gegenständen.
Die Nacht zum Samstag ist unruhig. Was wird morgen sein? Welches Los werde ich ziehen? Doch dann läuft es prima. Wir werden mittags um 13.00Uhr suchen. Shanna hat wieder kein Problem beim I-Gegenstand und dann macht sie ihr Ding wie gewohnt. "Ruhe mein Liebes, geh ganz langsam, arbeite die Winkel sorgfältig, nimm die Gegenstände!" Und sie macht es in gewohnter Weise. "Eine lustige Hündin", erkennt die Leistungsrichterin, die für jedes Team nette Worte hat. 97 Punkte bringen wir nach Hause. "Dankeschön, mein Shanna-Mädchen! Du hast unseren Leistungsstand gezeigt." Ich atme auf, nehme voll Freude die Glückwünsche der Sportkameraden entgegen und Shanna die Streicheleinheiten. Dann habe ich ein sehr gutes Gespräch mit dem Fährtenleger. Er ist ebenfalls Hundeführer. Danach brauche ich etwas Ruhe, während Shanna ihre Futterbelohnung genießt. Verflogen ist mein Frust und nun kann ich entspannt die Fährten der Anderen anschauen.
Abends bekommen wir ein hervorragendes, kaltes und warmes Buffet mit vielen süßen Leckereien. Dazu Unterhaltung vom Feinsten von den Wörlitzer Vereinen, zeitweise tobt der Saal vor Gelächter bei den Vorträgen. Getanzt haben wir bis morgens um zwei und ich war froh, diesen Abend genießen zu können und nicht Sonntags noch starten zu müssen. Das hatten leider Ute und Wilfried vor sich und so verabschiedeten sie sich schon früher.
Super war die gesamte Zeit die Stimmung in unserer Terriergruppe. Hier auch ein besonderer Dank an unseren Mannschaftsführer Peter Dittmer, der jede Fährte von uns mitstapfte und immer ein paar nette Worte für jeden parat hatte.
Am Sonntag war es
nicht mehr so sonnig. Trotzdem waren auch da die morgendlichen Ergebnisse so gut
wie am Samstagmorgen.
Insgesamt eine ausgewogene Prüfung. Von 23 Teams waren 8 durchgefallen, das
beste Ergebnis hatte Günter Westhus mit 197 Punkten,
Ute Fallscheer hatte ebenfalls ein super Ergebnis von 194 P. und Wilfried
Neumann 183 Punkte. Nochmals herzlichen Glückwunsch allen.
Als ich Günter gratuliere sagt er: "Nimm es nicht so schwer, dein Hund ist gut. Bisher hatte ich auch immer Lospech und dieses Jahr passte einfach alles." Das war natürlich Balsam für meine Seele.
Etwas verwundert lauschte ich bei der Siegerehrung. Da wurden die letzten Teams nicht getröstet, sondern recht kurz abgehakt. Wie sagte Uschi vorher zu mir: "Du wirst schon sehen, da ist alles deutlich anders als du denkst."
Zu Hause fragten mich viele ob ich wieder dabei sein möchte. Tja Leute der Weg dahin war lang und schwer. Ob Shanna mag? Daheim angekommen wurde sie sofort heiß und drei Tage später hat sie die notwendige Augen-OP bekommen. Schaun wir mal ... !